Grad-Auszeichnung eines Forstwächters
(Foto: Generalstaatsarchiv/Enyo, koloriert von V. Zafiri)
Der Artikel stellt die Deutschen -meistens Bayern- dar, die zum ersten Versuch Griechenlands, ein Forstwesen aufzubauen, beigetragen haben. Ihre Namen samt biographischen Informationen, immer auf Basis des Ottonischen Archivs, werden alphabetisch nach einer kurzen allgemeinen Einführung aufgeführt. Damit werden frühere Veröffentlichungen über das Thema ergänzt.
Einführung
Der Anfang
Als Otto ins kleinen Königreich ankam, war der Zustand der griechischen Wälder gleich dem allgemeinen Zustend des Landes: zerstört in den bewohnten Küstenzonen, üppig jedoch vernachlässigt in den unzugänglichen Gebieten von Rumelien, Peloponnes und Euböa.
Die Regentschaft kümmerte sich ganz früh um diese wichtige Reichtumsquelle. Schon 1833 wurde das Gesetz Über das Holzfällen erlassen, das die Bestrafung derjenigen vorsah, die ohne Erlaubnis Bäume fällen, verbrennen, abschälen oder einschneiden (für die Gewinnung von Harz). Gleichzeitig wurde eine Forstverwaltung errichtet, die dem Finanzministerium angegliedert war. Dort hatte das Forstreferat seinen Sitz, das für die Kontrolle des Dienstes und des Personals zuständig war. Bald wurden auch die ersten Forstämter gebildet (in Rumelien, Euböa, Arkadien, Elis, Messenien, Attika, Kykladen).
Die Besetzung des Forstdienstes mit Fachpersonal war dringend nötig. Da es keine griechischen Forstwissenschaftler gab, wurden solche aus Bayern eingeladen. Sie sollten die höheren Stellen besetzen, während taugliche Griechen und deutsche Militärs die niedrigeren Stellen ergänzen sollten. Das Auswahlverfahren erfolgte anhand von Bewertungslisten der Kandidaten; dementsprechend wurden nicht nur Studien, Fachkenntnisse und Erfahrung über das Forstwesen, sondern auch Charakter, sittliches Benehmen und die Kenntnis des Neugriechischen berücksichtigt. Die ersten Forstbeamten wurden 1834 angestellt; sie trugen graugrüne Uniformen und waren je mit einer Büchse und einem Hirschfänger bewaffnet.
Tätigkeit
Die erste zu erfüllende Pflicht der Forstbeamten war, die Wälder zu vermessen; das hing eng mit der Notwendigkeit zusammen, einen National-Kataster zu schaffen. (Die meisten der ausgebildeten Forstwissenschaftler hatten auch die Aufgabe des Geometers inne). Danach mussten sie Maßnahmen sowohl für den Schutz wie auch für das Wachstum und die Nutzung der Forste vorschlagen. So wurden nach vielmonatlichen Bereisungen des Landes die ersten Berichte vorgelegt. Anschließend wurden Pflanz- und Baumschulen für neue Pflanzungen angelegt und ein illustriertes Handbuch für das Personal im Forstwesen verfasst. Es wurde gleichzeitig angestrebt, die neuen Forstgesetze durch strenge Aufsicht der Wälder und Bestrafung der Übertreter anzuwenden.
Die Schwierigkeiten
Die in Griechenland neuangekommenen Forstleute hatten viele Hindernisse zu überwinden, die meistens auf den primitiven Zustand Griechenlands zurückzuführen waren: Mangel an öffentlichen Gebäuden sowie an Wohnungen, Fehlen von Straßen, knappe Finanzierung. Die Forstbeamten verfügten oft nicht einmal über die erforderlichen Werkzeuge oder Pferde für die Bereisungen. Ein anderes Problem war der Umgang mit den Griechen: Die Besitzer von Privatwäldern, aber auch die Gendarmen und die Räuber betrachteten die aus der Ferne eingeführten Forstmänner als lästige Verletzer ihrer alten Rechte. Beschwerden, Konflikte, Rechtsstreite fehlten nicht. Außerdem stellten auch die fehlenden Sprachkenntnisse ein Problem dar, das ihre Kommunikation miteinander behinderte und die deutschen Staatsdiener auf Abstand von den griechischen Bürgern hielt. Schließlich verursachten die Krankheiten und das heiße Klima in manchen Fällen den physischen Zusammenbruch der Forstleute.
Diese Widrigkeiten bewogen viele deutsche Forstbeamten zum Rücktritt. Andere wurden aus verschiedenen Gründen entlassen (1838), schließlich wurden alle wegen ihrer Nationalität aus dem Forstdienst verjagt (1843).
Bilanz
Der Fortschritt, der im griechischen Forstwesen während der «bayerischen» Periode gemacht wurde, kann folgendermaßen zusammengefasst werden:
- Es wurden die ersten Gesetze über Forstschutz und Forstverwaltung erlassen.
- Es wurden die ersten Forstämter errichtet und organisiert (mit Gebäuden, Personal, Gerätschaften).
- Es wurden Handbücher der Forstwirtschaft verfasst und die ersten Griechen dafür ausgebildet.
- Pflanz- und Baumschulen wurden angelegt und neue Forstkulturen geplant.
- Zwei Sägemühlen für Bretterproduktion wurden errichtet (selbst die Handsäge war damals in Griechenland kaum gebräuchlich).
- Es wurde der erste Versuch unternommen, eine Forststatistik zu erstellen und ein Kataster einzurichten.
Die zielstrebige und -trotz ihrer Fehler- aufrichtige Bemühung der Deutschen, eine wissenschaftliche Forstverwaltung in Griechenland einzuführen, passte einfach nicht ins Land. Nach den ersten wenn auch kleinen Schritten entwickelte sich das System nach 1843 nicht weiter, sondern zurück: Denn einerseits verringerte sich die Qualität des Forstpersonals, andererseits wurde die alte, politisch lohnende osmanische Forstpolitik wiedereingeführt.
Die ständige Verschlechterung des Forstwesens führte 1877 zur völligen Auflösung des Forstamtes; die Bewachung und Verwaltung der Forste übernahmen die Gendarmen und die Ephoren des Finanzministeriums. Das Forstamt wurde erneut 1893 eingerichtet, eine Hochschule für Forstwissenschaft erst 1917. Der griechische Forstkataster ist 2018 noch nicht vollendet.
Der Berg Tymphrestus in Rumelien
(Foto: Ggia, Wikimedia Commons 19.6.2018)
Namen und biographische Informationen, in 4 Gruppen eingeteilt:
1. Forstwissenschaftler und Geometer
2. Forstbeamte ohne forstwissenschaftliche Ausbildung
3. Forstbeamte mit spärlicher Dokumentation im Archiv (hier nur mit Namen aufgeführt)
4. Deutsche Forstmänner, die im Archiv dokumentiert sind, aber wahrscheinlich nie nach Griechenland gingen
Notiz: Die Kursivschrift im Text weist auf Wörter oder Abschnitte aus den Archivalien hin.
1. Forstwissenschaftler und Geometer
Christlieb, Wilhelm
Er studierte die Forstwissenschaft in Hohenheim-Würtemberg. 1836 wurde er zum Revierförster in Elis ernannt, wo er sich als ein fleißiger und treuer Beamter erwies. Er wurde 1838 entlassen, da er kein Griechisch konnte.
de Doubnitz, Fosco Albert
Geometer. Er trat aus dem Militär in den Forstdienst über, nachdem er die vorgeschriebene Prüfung im Forst- und Vermässungsfache abgelegt hatte. Zuerst wurde er zum Revierförster auf Euböa ernannt. Er war mit einer Griechin verheiratet und außer Deutsch sprach er Französisch, Polnisch und Griechisch. 1836 wurde er nach Elis (Kyllenie), 1841 nach Arkadien (Gortyna) versetzt. In einem Brief aus Vytina (1842) gibt er die folgende Beschreibung der dortigen Verhältnissen: Das hiesige Forstpersonal besteht bisher aus Individuen, welche hier zu Hause, und mit Freunden und Verwandten, durch ihre schlechten Umtriebe endlich aus blutarmen Leuten nun zu reichen Grundbesitzern geworden sind. Nach vielen Vorschlägen und mündlichen Vorträgen beim Minister gelang es mir, manche versetzen zu lassen; wohl zum Vorteil des Dienstes, doch leider zu meinem persönlichen Nachteil; da ich mir hierdurch die Forstwächter samt ihren Protectoren (Riga Palamidi, Geneos u.s.w.) zu Feinden gemacht, da letztere hier Besitzungen haben, und folglich Bauholz u. dgl. bedürfen, welches von den Forstwächtern besorgt wurde. Die vertriebenen Forstwächter machten beim Ministerium eine falsche Anklage und dies übergab dem Staatsprocurator die Angelegenheit zur Untersuchung. Diese Anklage ist nichts als eine moraitische Intrigue, um mich als Fremden aus meinem Dienste zu bringen, und einen gewissen Fotaki von Dara (dem diese Stelle versprochen sein soll) anzustellen. Doubnitz blieb in den Forstdienst bis 1843. Über seine späteren Leistungen haben wir Informationen von seinem Gesuch um die Verleihung des Erlöser-Ordens (Juli 1862): Seit dem Jahre 1834 bis 1843 diente ich als Forstbeamter und von Jahr 1850 bis heute als Geometer dem Throne Euerer Majestät, mit der Überzeugung meine Schuldigkeit erfüllt zu haben. Im Erdbeben von Korinth war ich Mitleidender, wurde durch allerhöchstes Decret zum Mitglied der Entschädigungs-Kommission ernannt, vermaß alle verlassenen Hausplätze und taxierte den Schaden der zertrümmerten Gebäude Alt-Korinths. In Neu-Korinth wies ich alle Ansiedler in die neuen Hausplätze, und verfaßte zum besten der neuen Stadt auf meine Kosten einen lithographischen portativen Stadtplan, und dieses alles ohne die kleinste Entschädigung von Seiten der hohen Regierung. Im Monat Februar l.J. vermaß und nivellierte ich den Isthmus von Korinth auf Einladung des Herrn Grimaud de Caux, Mitglied der kaiserlichen Academie von Paris und Abgesandten einer Gesellschaft zur Durchstechung eines Canals...
Viele topografische Zeichnungen von Doubnitz sind im Archiv erhalten.
Engelhard, Franz
Aus Nördlingen, Bayern. Er absolvierte die Forstlehranstalt zu Aschaffenburg und arbeitete nach 2-jähriger Forstpraxis als Forstgehilfe. 1829 bestand er das Examen für den Staatsdienst in Ansbach und den Konkurs als Geometer, 1834 arbeitete er bei der Steuer-Kataster-Kommission zu München. Er beschloss nach Griechenland zu fahren, aus dem heißen Wunsch, einen größeren Wirkungskreis als in seinem Vaterlande, in einer zwar gesicherten aber beschränkten Stellung als Forstgehilfe oder Forstamtsaktuar, für sich zu eröffnen, aber auch um seine sowohl in forstwissenschaftlicher als mathematischer Hinsicht erworbenen Kenntnisse in größerer Ausdehnung praktisch anwenden zu können. Er begann Studien in der neugriechischen Sprache, trat von seiner Stelle in München zurück und kam im September 1834 in Nauplion an. Als Revierförster diente er zuerst auf Euböa. Im Sommer 1835 wurde Engelhard -zusammen mit August Krafft- beauftragt, die ausgedehnten Wälder Rumeliens zu bereisen und zu beschreiben, notwendigerweise von Nationalgarden begleitet zum Schutz gegen die zahlreichen Räuberbanden der Region. Während der Reise erkrankte er an gastrischem Fieber, deswegen konnte er nur über den nordwestlichen Teil Rumeliens (Lamia-Atalanti) berichten. Er starb in Amphissa, am 27.6.1835.
Frimmer, Ignaz Julius
Aus Obernzell, Bayern. Nach Absolvierung eines Studiums an der Forstlehranstalt Aschaffenburg und einer vorherigen Beschäftigung von 8 Jahren im bayerischen Forstdienst kam er nach Griechenland (April 1835) im Alter von 31 Jahren mit der Hoffnung zu einer baldigen Beförderung. Er wurde zum Revierförster ernannt und nach Navarin gesandt, um dort das Forstamt Messenien-Arkadien zu organisieren. Da er an dieser Stelle bewiesen hat, dass er Eifer, Tätigkeit und praktische wie theoretische forstwissenschaftliche Kenntnisse besaß, wurde er zum Forstinspektor befördert (Dezember 1835); 1836 wurde er Oberforstinspektor und zugleich Leiter des Forstreferats im Finanzministerium; aus dieser Periode stammt sein mehrseitiger Bericht über die Wälder Euböas (Juni 1836). 1838 bekam er den Titel und das Gehalt des Ministerialrats. Im Oktober 1839 bat Frimmer um seine Entlassung; als Grund dafür gab er den Gesundheitszustand seiner Frau an. In seinem Entlassungsgesuch erinnert er an all seine Dienstleistungen, sowie an die durch seine Verwaltung erhöhten öffentlichen Einnahmen. Er wurde 1839 mit dem silbernen Kreuz des Erlöser-Ordens dekoriert und kehrte in den bayerischen Staatsdienst zurück, den er vor 4 Jahren so hoffnungsvoll verlassen hatte.
Foto: Generalstaatsarchiv/Enyo
von Geiger, Karl Wolfgang
Aus München. Sohn des kgl. bairischen Beamten Gottfried von Geiger. Er hat im Jahr 1826 den Staatskonkurs für den Forstdienst bestanden, die Stellen eines Forstgehilfen, Geometers und Forstamtsaktuars bekleidet. Außerdem betrieb er die Musik und die Malerei. Obwohl er als doppelte Waise eine Pension vom Staat Bayern bezog, folgte er im Dezember 1832 der ersten Expedition nach Griechenland, weil dadurch für ihn eine vorteilhafte Entwicklung seines Schicksals herbeigeführt werden könnte und um seine Kenntnisse im Forst- und Jagdwesen sowie in der Malerei zu bereichern. Im Juni 1834 wurde er zum Oberförster des Forstamtes Elis-Achaia mit Sitz in Pyrgos ernannt. Daselbst soll er, trotz des großen Umfangs der Waldungen und seiner vereinzelten Stellung, einen maßlosen Eifer gezeigt haben, sowie ein ruhiges, aber festes Benehmen; seine Bemühungen seien lobenswert und immer zum Nutzen des Aerars. Im Juli 1835 erkrankte Geiger: Seit 3 Wochen von der fürchtbaren egyptischen Augenkrankheit überfallen, bin ich ohne alle ärztliche Hilfsmittel und jedewelche Pflege in eine so jammervolle Lage versetzt, daß ich meiner Auflösung sicher entgegen sehen müßte, wenn ich noch länger hier verbleibe, und zwar um so mehr, als sich zu dieser heftigen Augenkrankheit auch noch ein höchster Grade gesteigertes Wechselfieber gesellt hat... Wegen der klimatischen Bedingungen seines heißen und sumpfigen Reviers stellte Geiger im April 1837 sein Entlassungsgesuch. 1838 war er Revierförster in Edenbergen, Forstamt Biburg zu Augsburg. Auf sein Gesuch um Verleihung des Erlöser-Ordens (1841) steht: blos ad acta zu legen.
d' Herigoyen, Karl
Sohn einer adeligen Familie Bayerns; er absolvierte die Forstschule zu Aschaffenburg und arbeitete 8 Jahre im bayerischen Forstdienst. Er reihte sich freiwillig als Werkmeister im Pionier-Corps Division der griechischen Armee ein (1833), wurde aber bald aus dem Militär entlassen, um eine seinen viel geschätzten forstwissenschaftlichen und geometrischen Kenntnissen entsprechende technische Stelle zu besetzen; so trat er in den Forstdienst über (1834). Er war damals um die 25 Jahre alt. Als erster Auftrag wurde ihm die Inspektion der Wälder Euböas erteilt. Nach einer monatlichen Bereisung der Insel legte Herigoyen einen 70-seitigen Bericht vor (Juni 1834), der eine detaillierte Beschreibung und Vorschläge über die wissenschaftliche Verwaltung der euböischen Wälder enthielt. Diese Arbeit (erhalten im Ottonischen Archiv) wurde als mustergültig bezeichnet, deswegen wurde sie in Kopien lithographiert und den Kollegen Herigoyens als Muster verteilt. Anschließend wurde er zum Oberförster Euböas ernannt, aber leider hatte das heiße Klima seiner Gesundheit schon geschadet; im Juli 1834 bat er um Entlassung. Doch verließ er Griechenland nicht, entweder weil sein Gesuch nicht genehmigt wurde, oder weil er selbst seine Meinung änderte. Im Mai 1835 wurde er zum Inspektor sämtlicher Forste des Königreichs und Leiter des Referats über das Forstwesen im Finanzministerium befördert. Indessen aber hatte sich seine Gesundheit verschlechtert; er bat um einen 4-monatigen Urlaub, um seine durch wiederholte Fieberanfälle zerrüttete Gesundheit in dem vaterländischen Klima wiederherzustellen, was ihm hier während der heißen Jahreszeit wohl nicht gelingen dürfte (ärztliches Zeugnis). Nach Beendung des Urlaubs bat er erneut um Entlassung, die ihm endlich im November 1836 gewährt wurde. Er kehrte in den bayerischen Forstdienst zurück; 1857 wurde ihm der Kreuz des Erlöser-Ordens verliehen.
Holzheu, Franz Xaver
Er hatte in der Forstschule zu Aschaffenburg studiert. Er beschloss bei der «griechischen Expedition» mitzumachen, um ein Unterkommen, eine Existenz zu erringen, die im Vaterlande -der Überzahl der Forstadspiranten wegen- bekanntlich schwierig ist. Er diente als Freiwilliger im 1. Infanterie Bataillon der griechischen Armee mit dem Grad eines Sergeanten, bis zu seiner Übertritt in den Forstdienst (Februar 1835). Er war Revierförster in Messenien, mit Sitz in Pylos (1835-1838); da hat er den Forstbetrieb mit Genauigkeit geleistet und eine vollkommen gelungene Eichen- und Zypressenkultur angelegt. Obwohl er von seinen Vorgesetzten als sehr arbeitsam und redlich bezeichnet wurde, klagten ihn die lokalen Behörden Messeniens wegen Vernachläßigung seiner Pflichten und unpassenden Benehmens an. Seine Ehe mit einer Griechin geriet zu einem Mißerfolg und wurde wahrscheinlich vor Juni 1841 aufgelöst, als Holzheu von seiner Stelle zurücktrat und nach Bayern zurückkehrte.
Königer, Max
Geboren am 23.12.1806 in Fischbach-Rosenheim-München. Forstwissenschaftler und Geometer, bei der Steuer-Kataster-Kommission zu München beschäftigt. Er sprach Französisch und Italienisch und hatte Altgriechisch im Gymnasium nach der bayerischen Schulordnung gelernt. Er fuhr nach Griechenland mit Frau und Magd und wurde auf Euböa zuerst als Revierförster, dann als Oberförster an der Stelle des ausgetretenen Herigoyens angestellt (1834-35). Das Finanzministerium aber meinte, dass er seinen Platz nicht einmal auf die gehoffte Art ausfüllte; Königer wurde wegen Mißbrauchs und disziplinwidrigen Benehmens beschuldigt. Die erste Anklage hing mit einem Kassendefizit im Forstamt und mit der Fehlfunktion der Sägemühle bei Stropones zusammen. Die zweite beruhte wahrscheinlich auf der Haltung Königers zu einem Streit zwischen zwei ihm unterstellten Beamten: nach seinen Angaben überfiel der griechische Forstaktuar M. Xanthos, mit Herausforderung auf Rebell, den bayerischen Revierförster J. Ernst. Xanthos wurde verletzt und der Staatsprocurator des Gerichts zu Chalkis legte Ernst eine Gefängnisstrafe auf. Königer beschwerte sich mit einem Brief an Otto sowohl über das seiner Meinung nach ungerechte Urteil, als auch über die Misshandlung des Arrestierten von den Gendarmen (der Ausruf «Παυαρός [Bayer]» tönte laut lachend und schimpflich nach); weiterhin teilt er dem König mit, dass das Personal des Forstamtes aus Protest sich entschied, die Uniform-Auszeichnungen (wie die Krone auf der Schirmmütze) zu entfernen. Königer wurde 1837 entlassen.
Krafft, August Leopold
Aus Neustadt an der Aisch, Bayern. Er hatte die Forstschule zu Aschaffenburg absolviert und höhere Studien dieser Wissenschaft auf der Universität Erlangen gemacht. Obwohl er schon seit 1832 eine Stelle im bayerischen Forstdienst hatte, entschied er sich für eine Stelle in Griechenland, weil er glaubte, in Griechenland einen größeren Wirkungskreis erlangen zu können, und durch die Erfüllung höherer ihm auferlegten Pflichten dort seine Selbstzufriedenheit und mit ihr sein Glück zu vergrößern. Er kam in Nauplion im September 1834 an und wurde zum Revierförster Euböas ernannt, wo er für die Holzfällung zuständig war. Im Juni 1835 begaben sich Krafft -mit seinen Kollegen Engelhard- auf die beschwerliche Bereisung Rumeliens, aus Sicherheitsgründen von Männern der Nationalgarde begleitet; Krafft sollte den westlichen Teil (Aetolien-Akarnanien) beschreiben. Wie vorher Engelhard, so wurde auch er während der Reise fieberkrank, weswegen der vorgelegte Bericht unvollkommen blieb. Als er bei seiner Rückkehr aus Rumelien in das Sekretariat des Finanzministeriums versetzt wurde, sah er noch einmal seine Hoffnung auf die ihm vielmals versprochene Beförderung zum Oberförster verschwinden: ich habe das Bewußtsein, im griechischen Dienste stets meine Pflichten, so schwer und sauer sie auch waren, erfüllt zu haben; konnte mich auch nicht erinnern, wo ich mir im Berufe des Forstdienstes einen Tadel zugezogen hätte... Ohne Zutrauen meiner Vorgesetzten kann ich ihre Zufriedenheit nicht erlangen. Er bat um Entlassung; derweil wurde die Stelle des Oberförsters in Messenien leer, die er auch übernahm (März 1836). Doch nicht einmal dort fand er die gewünschte Selbstzufriedenheit, so kündigte er endgültig im Jahr 1838.
Grad-Auszeichung eines Revierförsters (Foto: Generalstaatsarchiv/Enyo)
Meisinger, Raymund
Aus Finsterau-Unterdonau. Er war Geometer und Revierförster im bayerischen Forstdienst seit 1819. Im Jahr 1834 trat er in den griechischen Forstdienst als Revierförster ein und kam mit seiner Frau Anna nach Griechenland. Zuerst wurde er vom Innenministerium mit der Vermessung der Länder von Minoa, einer kretischen Kolonie bei Tolon beauftragt, wo er eine Kapelle als Wohnung bezog. Darin wurde das Ehepaar eines Abends von 7 bewaffneten Räubern überfallen, gebunden und unter Androhung der Ermordung ausgeraubt; die Räuber hatten die Gesichter geschwärzt, trugen Fustanellen und Feß und entfernten sich unter großen Gelächter gegen das Meer. Merkwürdigerweise wurden am nächsten Morgen die von den Räubern mitgenommenen -und wahrscheinlich von ihnen zurückgebrachten- Gegenstände in der Nähe der Kapelle gefunden: ein Doppelgewehr, ein Säbel, eine Matraze, eine wollene Decke. 1836 wurde Meisinger als Revierförster auf Euböa versetzt, 1838 wurde er physischer Gebrechen wegen (laut Meisinger), physischer und moralischer Gebrechlichkeit wegen (laut Finanzministeriums) entlassen.
Merk, Christian
Aus Bamberg. Er hatte die Forstwissenschaft in Bayern studiert und 8 Jahre im Forstdienst gedient, bevor er nach Griechenland kam (1836). Zuerst Revierförster auf Euböa, danach zum Oberförster in Rumelien befördert, darauf Unterinspektor der Forste (1839) und Revierförster Attikas. Mit guten Kenntnissen der Botanik und der Zeichnung, zeichnete er 52 Abbildungen von Bäumen für ein geplantes Handbuch der Forstwirtschaft. Er heiratete eine Griechin aus Ypati, er sprach und schrieb Griechisch sehr gut. In der dienstlichen Beurteilung wird Merk als tüchtig, emsig, moralisch, aber auch nicht ganz verläßig, höchst leidenschaftlich, mit Hang zum Schwärmen, von zweideutigem Charakter bezeichnet. Diese Merkmale, in Verbindung mit gehäuften Privatproblemen -Schulden, Krankheit der Frau, dem Tod seines einzigen Kindes-, stehen vielleicht mit der Anklage für unpassendes Benehmen in Zusammenhang, die die Behörde von Ypati -Bürgermeister und Gendarmen- gegen Merk erhoben: Merk sei außer sich geraten und habe die nächtliche Ruhe mit Schießen gestört, sein Verhalten gegenüber den Bewohnern sei unterdrückend. 1841 wurde er vorläufig wegen mangelhafter Beaufsichtigung der Holzfällung in Parnes entlassen. Ohne jedes Einkommen verdiente er seinen Lebensunterhalt mit philologischen Arbeiten, Handarbeit und dem Verkauf seiner eigenen Waren. Das Gericht sprach ihn am Ende frei (1842); ob er seine frühere Stelle wieder einnahm, ist unbekannt. Im März 1843 befand er sich noch in Athen.
Im Archiv ist ein Brief an Otto von Merks Mutter Barbara aus Bamberg erhalten; ihr Mann Eugen Merk, kgl. Registrator zu Bamberg, sei gestorben; sie habe von ihrem Sohn seit Jahren nichts gehört, sie sei krank, ohne jeden Lebensunterhalt; sie bittet um eine Geldunterstützung.
Zweisprachiger Brief Merks (Foto: Generalstaatsarchiv/Enyo)
von Schaumberg, Philipp
Früherer Forstgehilfe in Bayern, debarquierte in Patras als Freiwilliger im Februar 1835. Er wurde zum Revierförster ernannt und diente in den Forstämtern von Messenien und Elis-Achaia, jedoch nur für wenige Monate, da er erkrankte. Obwohl er im September 1836 entlassen wurde, taucht er wieder in den dienstlichen Beurteilungen von 1838 auf, als ein sehr fleißiger Revierförster mit vorzüglichen Sitten und Neigung zur Melancholie. Er wurde im selben Jahr entlassen, weil er kein Griechisch konnte.
Schmidschneider, Simon
Er studierte die Forstwissenschaft in Bayern. Er reihte sich als Freiwilliger in der griechischen Armee ein, war Aktuar im Pionier-Bataillon. Nach seiner Übertritt in den Forstdienst war sein berufliches Fortkommen sehr erfolgreich: Revierförster zuerst auf Euböa, danach in Elis-Achaia (1835) und Messenien; Oberförster Arkadiens (1837); Unterinspektor der nordöstlichen Peloponnes, Inspektor sämtlicher Forste (1838) und zugleich Revierförster Attikas (1841). Seine dienstliche Beurteilung ist ausgezeichnet: Schmidscheider besitzt eine allgemeine Bildung verbunden mit dem besten Anstand und musterhaft moralisches Benehmen. Gegen ihn wurde eine Anzeige vom Revierförster Rigopoulos erstattet, allerdings stellte sich der Vorwurf als falsch heraus. Schmidschneider heiratete Georgitza Garyfallia, die aus einer der bekanntesten Familien Hydras (Miaoulis) stammte; als ihr Mann 1843 entlassen wurde, weil er ein Bayer war, reiste sie nach Bayern mit. Er arbeitete dort im Forstdienst weiter. Im Jahr 1850 wurde ihm der Kreuz des Erlöser-Ordens verliehen: er habe sich während seiner ganzen Dienstzeit nicht nur als einer der redlichsten und fähigsten Forstbeamten erwiesen, sondern auch mit großem Eifer sowohl für die genaue Einhaltung des Gesetzes über das Holzfällen, als auch für den Waldbrandschutz gearbeitet. Er hat sogar unter Lebensgefahr manche Waldungen Attikas wie Ozia (Parnes) und Pentelikon vor den damals ausgebrochenen Bränden gerettet. Auch in Abwesenheit war Schmidschneider Griechenland von Nutzen: eine während seiner Reisen in den griechischen Waldungen betätigte Sammlung dort vorhandener nutzbarer Holzarten wurde bei der Industrie Ausstellung in Paris [1855] als preiswürdig anerkannt.
(mehr über Schmidschneider in der Chronik von Dr. Manfred Mall)
Grad-Auszeichnung eines Inspektors (Foto: Generalstaatsarchiv/Enyo)
2. Forstbeamte ohne forstwirtschaftliche Ausbildung
Abegg, Otto
Er hatte in Heidelberg Staatswirtschaftslehre studiert und 2 Jahre in der französischen Armee, auch bei der Expedition nach Algier, gedient, bevor er sich entschied, dem griechischen Thron Dienst zu leisten. 1833 trat er in das 1. Linien Infanterie Bataillon der griechischen Armee als Leutnant ein. Er trat in den Forstdienst über und diente als Revierförster in Messenien (1835) und Euböa (1837). Er wurde von seinen Vorgesetzten als redlich und rastlos bezeichnet; er war mindestens bis 1839 in Griechenland tätig.
Alexandersohn, Leopold Theodor
Sein Vater, Jakob Alexandersohn, war Guts- und Baumwollewaren-Manufaktur-Besitzer in Lindau. Er hatte in München Kameralistik und Juris prudens studiert. Im Dezember 1834, als er sich freiwillig in der griechischen Armee einreihte, war er 26 Jahre alt. Bald wurde ihm klar, dass es nicht möglich war, einen seinen Qualifikationen entsprechenden Dienstgrad zu bekommen; so bewarb er sich für eine Stelle in den Forstdienst. In seinem Gesuch erklärt er, dass er nach Griechenland wegen keinerlei Schuld- oder Rechtsprobleme, sondern nur dem Rufe der Ehre folgend kam. Er wurde zuerst zum Aktuar des Forstamtes Messenien ernannt, wo er besonders eifrig gearbeitet haben soll, wenn wir berücksichtigen, dass er in kurzer Zeit einen 21-seitigen Bericht (Gedrängte Ansichten über das griechische Forstwesen, September 1835) vorgelegt und dass der Finanzminister Theocharis infolge seiner ausgezeichneten Leistungen seine Beförderung zum Revierförster vorgeschlagen hat. Jedoch meinte die Tyche es anders, da Alexandersohn erkrankte; nach einem vielmonatigen Urlaub bat er um seine Entlassung und kehrte nach Bayern zurück (1837). Kurz vor der Rückkehr änderte er seinen Namen in Soon um.
Borchert, Otto
Aus Braunschweig. Freiwilliger Sergeant der Artillerie. 1835 heiratete er Kleopatra Petros Grammatikopoulos aus Navarin in Messenien. 1836-42 diente er als Forstamtsaktuar und Revierförster in Messenien und Arkadien. Im Februar 1843 wurde er ins Finanzministerium als Sekretär der Forste versetzt. Ein ausgezeichneter Beamter, mit schriftlicher und mündlicher Kenntnis der griechischen Sprache; er wurde im September 1843 entlassen, wie alle deutsche Beamte. 8 Monate später befand er sich noch -nunmehr bettelarm- in Athen und versuchte, das Geld für die Rückreisefahrkarten für sich selbst und seine Familie zu besorgen.
Conrad, Ludwig
Sohn des Pfarrers Johann Simon Conrad, geboren am 2.9.1814 in Unterleinleiter-Ebermannstadt-Bayern. Im Alter von 18 Jahren unterbrach er sein Studium (Physik, Mathematik, Architektur) an der Universität zu München, um als Freiwilliger in die griechische Armee einzutreten; da er sein Militärpflicht in Bayern nicht erfüllt hatte, musste sein Vater zuvor eine Kaution bezahlen. In Griechenland diente er als Aktuar in der Artillerie und in der Zeughausdirektion. 1837 wurde er in den Forstdienst versetzt und leistete als Revierförster auf der nördlichen Euböa und in Attika Dienst. Er sprach und schrieb Griechisch. Da ihn durch das Ableben seines Vaters nichts mehr an sein Vaterland bindete, beschloss er, in Griechenland zu verbleiben; 1839 erwarb er die griechische Staatsangehörigkeit und 1842 heiratete er Maria Mantziarli aus Tyrnavos in Thessalien. Trotz seiner guten dienstlichen Beurteilung -er sei ein bereitwilliger, arbeisamer, tatkräftiger, redlicher Beamter- wurde Conrad der Bestechung angeklagt und infolgedessen nach der Reorganisation des Forstdienstes im Juli 1843 entlassen. Conrads Antwort dazu: meine Gegner haben zur Verleumdung gegriffen. In seinem Verteidigungsbrief an Otto erinnert er an seinen Konflikt mit dem Gouverneur Euböas Anagnostopoulos und dem Finanz-Kommissär Dariotis über die strittige Waldung Zerges, die dank Conrad nicht als privat, sondern als Staatseigentum anerkannt wurde. (Die Waldung wurde rechtswidrig von den Einwohnern zweier Dörfer beansprucht, die sogar versucht haben sollen, ihn mit 80 Taler und 100 Oka Butter zu bestechen). Conrad beruft sich auch auf seinen vom Ministerium genehmigten Antrag, dass die zum Teil schön bewaldeten Inseln Skyros, Skiathos, Skopelos und Chelidromi, welche damals unter keiner forstwirtschaftlichen Aufsicht standen, den beiden Forstrevieren von Euboea zugeteilt werden möchten; durch die forstliche Bewirtschaftung dieser Inseln fließt dem Staate jährlich eine Mehrannahme von circa 2500 Drachmen zu. Dessen ungeachtet wurde Conrad entlassen, während seine Frau hochschwanger war und ihm das Reisegeld für die Heimkehr fehlte. Doch nach einem Jahr befand er sich in Bayern, in den Forstdienst angestellt (im Forstamt Rauenzell bei Ansbach und an anderen Orten). Er beantragte später (1850-51) eine neue Anstellung im griechischen Forstdienst, weil seine Frau in Bayern schwer erkrankte und zurück in ihre Heimat wollte.
Denks, Albert
Aus Tilsit, Preußen. Er studierte die Kaufmannswissenschaft, dann bewarb er sich als Freiwilliger um eine Stelle im griechischen Militär. Er gehörte zum 7. Linieninfanterie-Bataillon, das 1834 unvorbereitet in die harten Schlachten in Mani geworfen wurde; daselbst bekam er eine schwere Wunde am Fuß. Danach wurde er zum Korporal des im Garnison Navarin stationierten 5. Linieninfanterie-Bataillon befördert. 1836 war er Forstwächter in Elis (Olympia), ab 1837 in Arkadien (Megalopolis); 1841 wurde er zum Revierförster ernannt und ging zurück nach Olympia. Er sprach und schrieb Griechisch, seine Vorgesetzten bezeichneten ihn als einen ausgezeichneten Beamten, sein Umgang mit den griechischen Einwohnern, die niemals gegen ihn beschwerten, war problemlos. Trotz allem wurde Denks im Juli 1843 entlassen, wegen der Verringerung des Personals -er selbst meinte: mein unverheirateter Stand allein war unter den damaligen Umständen Grund genug zur Dienstentlassung. Zusammen mit der Arbeitsstelle verlor er auch die Verlobte: ich wurde genötigt, unehrlich gegen eine junge Griechin zu erscheinen, die ihr Schicksal mit dem meinigen teilte; denn meines Amtes entlassen und arm, bin ich nicht im Stande, sie zu ernähren... Zudem hatte er seine Ersparnisse (um 1000 Drachmen) für Ärzte, Medikamente und Kredite an die Einwohner Olympias ausgegeben; nun aber wollten seine Schuldner, den nach den September Unruhen eingetretenen fast amoralischen Zustand des Königreichs sich zu Nutzen machend, ihre Schulden nicht bezahlen. Denks verfolgte sie gerichtlich, bekam die Hälfte seines Geldes zurück und im Juni 1844 ging er von Olympia weg nach Patras, Triest, schließlich Tilsit. Zuhause war alles verändert: der Vater war tot, die Mutter bejahrt und arm, die Verwandten bereit zu raten, aber nicht zu helfen. Selbst in meinem Vaterland weiß ich nicht, was ich beginnen soll, denn ich versäumte durch meine 10-jährige Abwesenheit meine häusliche Angelegenheiten und meine Studien... In Verzweiflung geraten, bittet er Otto (1845) um einen Empfehlungsschreiben zur Vorlage bei seiner Tante, der Königin von Preußen.
Severin Nilsson, Waldarbeiter
(Foto: Wikimedia Commons 19.6.2018)
von Düring, Karl Wilhelm Gustav
Geboren 1815 zu Loy, Großherzogtum Oldenburg. Korporal im 5. Linien-Infanterie Bataillon. 1836 wurde er zum Revierförster Messeniens ernannt, 1840 nach Argolis versetzt. Sehr phlegmatisch, ohne Kenntnisse der Forstwissenschaft oder des Griechischen, wurde er 1841 wegen mangelhafter Beaufsichtigung der Forste entlassen. Allerdings wurde er 1842 als Gehilfe im Salzlager zu Piräus angestellt.
Im Archiv ist ein Brief von Helena Düring aus Oldenburg erhalten, die außer Karl noch 11 lebende Kinder hatte.
von Erlach, Karl Robert
Militäroffizier, mit guter Bildung. Schon 1825 ging er nach Griechenland, um den Krieg praktisch zu erlernen, wozu sonst keine Gelegenheit war. Er kämpfte dort unter Fabvier, bekam von ihm ein Empfehlungsschreiben (erhalten im Archiv), und kehrte nach der Heimat -nunmehr als Philhellene- zurück. 1834 befand er sich nochmal in Athen, und beantragte eine Stelle als Lehrer in der Militärschule; er sprach Französisch, Italienisch und Griechisch. Nach einer mehrmonatigen Wartezeit wurde ihm die Stelle eines Dolmetschers beim Oberförster Frimmer in Messenien angeboten (1835). Da Erlach an jener Stelle bedeutende Fortschritte in der Forstwirtschaft machte, wurde er später zum Revierförster in Rumelien ernannt (1836), wo er mindestens bis 1838 arbeitete. Er soll unermüdlich, anständig und tüchtig gewesen sein.
Ernst, Johann
Er studierte in einigen Universitäten Deutschlands. Als Revierförster auf Euböa verdiente er zwar eine gute dienstliche Beurteilung, aber auch 4 gerichtliche Bestrafungen (wegen Androhungen, Missachtung des Gerichts, Angriff -s.unter M. Königer). Er wurde 1838 entlassen, er kehrte 1839 gesundheitlich angegriffen zurück.
Graf, Franz Seraphin
Geboren am 4.12.1806 in Simbach, Bayern. Er studierte 3 Jahre an der Universität und diente 3 Jahre im bayerischen Forstdienst. 1834 ging er freiwillig nach Griechenland als Korporal im Lanzenreiter-Regiment. Nach seinem Übertritt in den Forstdienst (1835) wurde er zuerst zum Forstwächter, danach zum Revierförster in Elis ernannt. 1836 heiratete er die Tochter des Landbesitzers Georgios Aparagopoulos, 1837 bat er um Entlassung und kehrte nach der Heimat zurück. Jedoch war der Erwerb des Lebensunterhalts auch dort kaum möglich, wie aus seinen Briefen an Otto (München, 1850-52) hervorgeht; darin fleht er um einen Arbeitsplatz oder um eine Geldunterstützung und beschreibt die jammervolle Lage seiner 6-köpfigen Familie, die an einen Gränzstein steht, dessen Arme nach Rechts zum Hungertode, nach Links zum Proletariate zeigen.
des Granges, Moritz
Roitzschberg bei Meissen, April 1834: Ich wurde im kgl. Kadetten-Korps zu Dresden zum Offizier gebildet und machte die Feldzüge von 1813-15 in der preußischen Armee mit. Im Oktober 1817 nahm ich meine Entlassung aus dem aktiven Dienst, da meine Gesundheit geschwächt war. In den Jahren 1821-22 machte ich eine Reise nach Griechenland und ich selbst wohnte den ersten Auftritten dieses Freiheitskampfes bei, jedoch bei den damaligen anarchischen Zustand des Landes mich unwirksam erblickend in den Schoß meiner Familie zurückkehrte. Seitdem habe ich nur in der Mitte meiner Familie und als Landwirt auf meinen Gütern gelebt, teils mit der Bewirtschaftung meines eigenen Grundbesitzes, teils mit der Verwaltung fremder, mir anvertrauter Forst-Oekonomien. In der Fortsetzung seines Briefes erklärt des Granges, dass er bei seiner großen Vorliebe für Griechenland und bei der gegenwärtigen Ordnung der Dinge beabsichtige, sich in jenem Land gänzlich niederzulassen und daselbst ein kleines Vermögen von 8-10 Tausend Taler anzulegen. Anschließend bittet er um eine seinen Fähigkeiten entsprechende militärische oder zivile Stelle; er war damals 38 Jahre alt und hatte 3 Kinder, worunter einen 9-jährigen Sohn. Die Begutachtung des Finanzministeriums war positiv: des Granges hat gute Kenntnisse der ländlichen Ökonomie und der Forstkultur, er ist der französischen Sprache kundig und seine Haltung bezeichnet einen Mann von Charakter und gründlicher Bildung. Zuerst also wurde er zum Revierförster auf Euböa (Xerochori) ernannt; dort sah er sich bald mit dem griechischen Sommer und den Sonderbedingungen seiner Arbeit konfrontiert: Ein anstrengender Dienst in den heißen Monaten und zwar zu Fusse in einem Distrikt von über 100 Dörfern haben mich aufs Krankenlager gebracht...[es besteht] kaum noch die Möglichkeit, ferner ohne Pferd meinen Dienst fortzusetzen. Kurz danach bekam er ein Equipierungsbeitrag und -nunmehr mit Pferd- wurde er ins Forstrevier der Kykladen versetzt, dann als Oberförster in Elis und Euböa (1837). Als er 1838 um seine Entlassung bat, war er Unterinspektor der Forste von Ostgriechenland. Zu diesem Zeitpunkt erhob das Ministerium gegen ihn eine Anklage wegen Misswirtschaft in Elis; die Sache endete nach 2 Jahren mit Freispruch des Angeklagten und seiner Entschädigung. 1848 wurde ihm das silberne Kreuz des Erlöser-Ordens verliehen; der Danksagungsbrief an Otto wurde in Ajannako (auf Euböa) geschrieben, wo des Granges Grundbesitz erworben und sich niedergelassen hatte.
Grad-Auszeichnung eines Oberwächters (Foto: Generalstaatsarchiv/Enyo)
Henning (von Manstein), Julius
Früherer Student, er reihte sich schon 1832 als Freiwilliger in die griechische Armee ein. Er diente als Unteroffizier (Fourier) in der Artillerie und als Aktuar bei der Zeughaus-Hauptdirektion. 1838 war er Revierförster Attikas, 1839 heiratete er eine Griechin aus Hydra. Da er beabsichtigte, sich in Menidi, dem Sitz des Forstreviers, niederzulassen und sich mit der Baumzucht zu beschäftigen, beantragte er ein Darlehen für Hausbau; in seinem Antrag wird betont, dass er selbst in Oropos bei Athen 4 Räuber festgenommen habe. Im Jahr 1840 wurde Henning unglücklicherweise beauftragt, ein Grenzprotokoll des privaten Waldbesitzes von Skarlatos Soutzos, Ottos Haushofmeister, anzufertigen. Die Untersuchung Hennings vor Ort bewies, dass die von Soutzos reklamierten Ländereien auch Waldflächen einschlossen, die entweder Staatseigentum waren oder auch vom Kloster Kalo Livadi und den Einwohnern dieser Regionen beansprucht wurden; aus diesem Grund konnte das Protokoll nicht rechtzeitig vorgelegt werden und Henning wurde ungerecht mit einem Bußgeld bestraft. Am Ende wurde die Geldstrafe widerrufen und mit der Versetzung nach Phthiotis (Lamia) ersetzt. Henning blieb offensichtlich auch nach der Vertreibung der Deutschen in Griechenland, da mindestens bis 1861 ein gleichnamiger Sekretär im Sekretariat der Haushofmeisterei arbeitete.
Seine Mutter war Ernestine von Manstein, aus Berlin. Seine beiden Schwestern lebten auch in Griechenland: die erste war mit dem Buchhalter Heinrich Beck verheiratet, die zweite, Bernardine, mit Friedrich Hoffmann, Lehrer an der Militärschule zu Piräus. 2 Briefe von Ernestine und Bernardine sind im Archiv ehalten.
Hilber, Maximilian
Geboren um 1804, Sohn eines Salzfertigers zu Laufen, Bayern. Er diente 8 Jahre im bayerischen, 4 Jahre im griechischen Militär als Feldwebel im 4. und 5. Infanterie Bataillon. 1836 wurde er zum Revierförster in Rumelien (Karpenisi) ernannt. Obwohl als sehr fleißig bezeichnet, wurde er 1838 wegen eines Fußleidens entlassen; deswegen mußte er nach seiner Entlassung 10 Monate lang in Krankenhäusern zu Athen, Patras und Triest behandelt werden. Zurück in der Heimat ist er wehrdienstuntauglich und ohne jeden Lebensunterhalt.
Hoffmann, Karl
Aufgrund seiner Kenntnis des Griechischen wurde er als Übersetzer beim Oberförster Euböas Geiger angestellt (1834). Nachdem er aber erkrankte, konnte er Geiger nicht mehr auf die Inspektionsreisen folgen, deshalb übernahm er die Stelle des Forstaktuars in demselben Forstamt. Sein Lungenleiden verschlechterte sich schnell und endete mit dem Tod (Chalkis, 2.6.1835).
Höger, Franz
Freiwillig in das griechische Militär eingetreten. Als Soldat des 7. Linieninfanterie-Bataillons nahm er an den Gefechten in Mani teil; er wurde dort verletzt und im Militärspital zu Nauplion behandelt. Er diente im Kriegsministerium als Übersetzer und ab 1836 als Aktuar im Forstamt Arkadien. Er wurde 1838 entlassen.
Lehr, Anton
Er war Forstwächter in Gialova bei Navarin in Messenien. In seiner einzelstehenden Hütte, Wohnung und Forstwartstation in einem, wurde er von Räubern überfallen, beraubt und misshandelt. Er lag 3 Monate lang im Krankenhaus, bevor er kündigte.
Grad-Auszeichnung eines Forstwächters (Foto: Generalstaatsarchiv/Enyo)
List, Jakob
Hat früher studiert auf einem Gymnasium in Bayern. Er trat freiwillig aus dem bayerischen in den griechischen Militär als Lieutenant des 8. Linieninfanterie-Bataillons (1835) und weiterhin in den Forsdienst über. Von 1837 bis 1843 diente er als Revierförster auf dem Peloponnes und in Rumelien (Phthiotis, Phokis). Seine dienstliche Beurteilung war sehr gut: Ein leidenschaftlicher Jäger, unermüdet im Gehen, entspricht dem äußeren Dienst sehr gut, überwacht die eingeleiteten Holzfällungen mit Genauigkeit, hat sich bei Tötung eines Räubers ausgezeichnet, sein moralisches Benehmen ist ganz vorzüglich, er besitzt eine unbefleckte Redlichkeit. Trotzdem wurden auch ihm Vorwürfe gemacht; aus deren Untersuchung erwies sich aber eher Fremdenfeindlichkeit und Haß als die Wahrheit seines Vergehens. Nach seiner Entlassung (1843) kehrte er mit Frau und 2 Kindern nach München zurück; er diente insgesamt 22 Jahre im Militär, hatte viele Empfehlungsschreiben von den griechischen Behörden, aber kein Vermögen und keine Arbeitsstelle.
Maison, Friedrich Wilhelm Hermann
Geboren den 3.11.1810, zu Birk-Pegnitz-Obermain. Er diente 1828-34 im bayerischen Chevaux-Legers-Regiment und 1834-38 als Korporal im griechischen Artillerie-Bataillon. 1836 wurde er zum Revierförster in Messenien ernannt, nachdem er eine Prüfung seiner forstwirtschaftlichen und arithmetischen Kenntnisse abgelegt hatte. Als er 1837 nach Euböa versetzt wurde, machte auch er, wie viele andere, eine schlechte Erfahrung: Auf dem Wege dahin bei Markopulo überfiel mich eine Räuberbande, welche mich baraubte, mißhandelte und mich nach geleisteter längerer Gegenwehr schwer verwundet und so der Übermacht unterliegend, mit sich schleppte, welcher gefährlichen Haft ich nur mit großer Mühe und Schmerzen entging. Maison wurde 1838 entlassen und trat wieder in den Militärdienst; da er aber durch seine Wunde zur Führung der Waffen untauglich war, wurde er als Aufseher beim Militärgestüt Timenion verwendet; alleine das ungesunde Klima jener Gegend brachte mir, gleich vielen Soldaten, welche ihren Tod dadurch fanden, das Sumpffieber, welches auch mich den Tod sehr nahe brachte. Im Jahr 1840 bat er um Entlassung und kehrte heim; da bekam er die Stelle eines Lotto Kollektors in Reichenhall bei Salzburg. Aber auch noch nach 10 Jahren blieb sein Interesse an einer Stelle in Griechenland erhalten: in einem Brief an Otto (München, 1850) bat er um Erlaubnis, das Militärgestüt Timenion zu kaufen oder zu mieten und wieder in Betrieb zu setzen.
Müller, Philipp
Geboren um 1806. Er studierte an der Universität zu München Kameralistik. Er reihte sich in die griechische Armee als Freiwilliger ein, nachdem er einen Ersatzmann für seine in Bayern noch aufhabende Militär-Dienstzeit gestellt hatte. Als Soldat des 7. Linieninfanterie-Bataillons machte er die Feldzüge nach Rumelien und Mani mit. Im März 1836 trat er in den Forstdienst über; er diente in Elis und Argolis zuerst als Forstwächter, danach als Revierförster. 1838 wurde er entlassen wegen Ungehorsamkeit gegenüber seinen Vorgesetzten; außerdem sei er leidenschaftlich, aufbrausend, parteiisch. Jedoch gelang ihm durch wiederholte Beschwerden und Proteste im Kriegsministerium als Sekretär ernannt zu werden; er diente an dieser Stelle wenigstens bis Januar 1841.
Im Archiv sind 4 Briefe aus dem Periode 1845-48 erhalten, die von Philipp Müller, Fechtlehrer an der Militärschule, unterschrieben sind. Es lässt sich nicht feststellen, ob die beiden Personen identisch sind.
Rabus, August
Er hatte wahrscheinlich Philologie in Erlangen studiert und arbeitete im Rentenamt zu Weilheim. Er machte die erste Expedition nach Griechenland auf eigene Kosten mit und war für einen Zeitraum bei der Kanzlei der Regentschaft beschäftigt. 1834 wurde er nach bestandener Prüfung als Deutschlehrer am Gymnasium zu Nauplion angestellt, wo er den heimgekehrten Übersetzer der Regentschaft Michael Heumann ersetzte. Doch die Schüler weigerten sich, Deutsch zu lernen, weil sie es für nicht so bedeutend wie andere Fächer hielten; ihr kleiner Fortschritt wurde Rabus vorgeworfen -er hatte wohl nur 5 Schüler- und er wurde 1837 entlassen. Da er schon eine Familie mit einer Griechin gegründet hatte, wurde ihm zwar die Stelle eines Revierförsters in Argolis angeboten (1838), aber am Ende wurde er wegen schlechten Benehmens entlassen (1840). Während der nächsten 2 Jahre verdiente er seinen Lebensunterhalt als Privatlehrer, aber nur mit einem geringen Einkommen. Er kehrte 1842 nach der Heimat zurück, als er nach dem Tod seines Bruders in Landau 6000 Florine geerbt hat.
Scherf, Christian
Er kam aus Aschaffenburg, hatte die Kammeral Wissenschaften an der Universität studiert. Sein Vater, Franz Scherf, war Posthalter und Expeditor in Hessenthal bei Aschaffenburg. Als er 1826 starb, trat Christian als der älteste Sohn dessen Funktionen an und wurde 4 Jahre lang an den Postämtern Aschaffenburg, Würzburg, Nürnberg und Speyer verwendet; dann beschloss er, sein Glück in Griechenland zu versuchen. Sein Gesuch zur Anstellung wurde genehmigt und im März 1835 übernahm er die Stelle des Aktuars im Forstamt Elis-Achaia, mit Sitz in Pyrgos. Nur 4 Monate später kündigte er nach den folgenden Ereignissen, die wir vom Oberförster Geiger erfahren: Ich hatte meinen Aktuar Scherf in das uns zugewiesene Forstamtsgebäude gesendet, welches jedoch durch Intrigue des hiesigen Eparchen und Gendarmerie-Chefs noch nicht zur Reparatur mir überlassen worden ist. Hier traten 4 bewaffnete Gendarmen eigenmächtig in das Zimmer, und entledigten sich viele Schmähungen gegen Scherf, der denselben durchaus gar nie Anlaß gegeben hatte, bloß aus reinem Haß und Neid gegen unser Personal, welches dieselben aus dem Amtsgebäude verdrängten, und da Scherf ihren Befehl, das Zimmer zu verlassen, nicht befolgte, wurde er mit Fausthieben zu Boden geschlagen und so mißhandlet, daß er seine Sprache verlor. Schon auch mit anderen Gesundheitsproblemen belastet, kehrte Scherf sprachlos in die Heimat zurück. Doch 7 Monate später (Mai 1836) drückt er erneut mit einem Brief an Otto sein Interesse für Griechenland aus: er sei nunmehr wieder gesund und bitte um Rückkehr an seine frühere Stelle, wie auch um die Erlaubnis, die Tochter des in Triest wohnenden griechischen Kaufmanns Panagopoulos zu heiraten. Der Bittgesuch wurde nach 2 Monaten (Juli 1836) begutachtet; am Rand der ersten Seite ist die Notiz des Sekretariats zu lesen: ad acta, da Scherf gleich nach seiner Ankunft sich erschossen hat.

Schlumberger, Julius
Ausgebildeter Schmied, aus Stuttgart. Im August 1834 wurde er im Militärspital zu Nauplion behandelt; er war damals 20 Jahre alt und diente als Soldat im 5. Linieninfanterie-Bataillon. Später trat er in den Forstdienst über und wurde Revierförster in Rumelien (Livadia). Obwohl er sehr arbeitsam war und gutes Griechisch sprach, wurde er 1838 wegen des Personalabbaus entlassen, als der jüngste im Dienst. Im Jahr 1840 tauchte er wieder als Geometer 3. Klasse auf dem Peloponnes auf; unter der Leitung des Geometers Zerse wurde dort die Niederlassung der Flüchtinge aus Epirus in Kyllene und die Austrocknung der Sümpfe von Elis ausgeführt.
Schmitzberger, Wilhelm
Geboren am 28.5.1802 zu Tamsweg im Salzburgischen Oestreich. Seine Eltern waren Förster, er selbst erhielt vom Forstinspektor in Reichenhall Unterricht im Forst- und Jagdwesen. Er diente 1822-28 beim kgl. Grenadier-Garde-Regiment in der kgl. bayerischen Armee. Als er beabschiedet war, wurde er als Forstgehilfe in das kgl. Forstrevier Reit im Winkl angestellt, wo er wegen Körper Verletzung von Wildschützen seinen Posten abtreten mußte, und dann in der kgl. Salz-Saline Reichenhall als Gehilfe verwendet wurde. Im Jahr 1833 trat er in das griechische Heer ein und diente zuerst in der Pionier-Division als Soldat, dann als Sergeant. 1837 wurde Schmitzberger als Revierförster nach Xeromeron Akarnaniens versetzt; er erzählt uns, was danach geschah: Daselbst nahm ich die Frau des Bäckers Elias als Magd an. Diese Eheleute lebten fortwährend in Zwist, was auch der Grund zur später erfolgten Scheidung war, weswegen ich mich auf Bitten der Frau bewogen ließ, dieselbe in meiner Behausung ganz aufzunehmen. Während dieses Zusammenseins wurde der Eifersucht des Mannes bis so weit gesteigert, daß er mich ob diesen Verhältnißes verklagte. Ich selbst an heftigen Nervenfieber krank niederliegend, wurde währenddessen, ohne daß ich eine persönliche Verteidigung abgeben konnte, von dem Kriminal-Gericht zu Missolonghi zu sechsmonatliche Gefängnis Strafe und Verlust meines Postens verurteilt, als des Ehebruchs überwiesen. Nach meiner Genesung trat ich den über mich verfängten Arrest an und erstand denselben... Nach alledem wurde Schmitzberger entlassen -Griechisch konnte er ja auch nicht- und bekam eine Geldunterstützung von 200 Drachmen für Gerichts- und Reisekosten, um Griechenland zu verlassen; das tat er aber nicht. Ich sehe mich doppelt bestraft für eine menschliche Schwachheit, schreibt er in seinem Bittgesuch (Athen, 1841), womit er um seine frühere Stellung bat; meine Existenz im Vaterlande verlor ich auf immer durch Griechenland, ich verheiratete mich mit einem griechischen Mädchen, welche ich schon bereits 6 Monate krank zu Hause habe; um mich ehrlich zu ernähren und meine Frau pflegen lassen zu können, war ich genötigt, bei die Decorations-Maler im Palais-Bau als Farbenreiber und Anstreicher täglich um 2 Drachmen Arbeit zu nehmen...
Sievert, Ferdinand
Er hatte schon eine frühere 10-jährige Dienstzeit als Unteroffizier der Artillerie und eine 3-jährige Tätigkeit als Domäneverwalter in Baden. Im griechischen Militär diente er von 1833 bis 1837 als Quartiermeister bei der Pionier-Division. Er war mit einer Griechin verheiratet und fest entschlossen, sich in Griechenland niederzulassen. Nach Beantragung einer Stelle im Forstdienst wurde er zuerst zum Revierförster Attikas (1837), dann zum Oberförster Messeniens, zuletzt zum Unterinspektor der Forste des nordwestlichen Peloponnes (1838) ernannt. Dienstlich wurde er als ein musterhafter Beamter, mit reichen Kenntnissen und guten Sitten beurteilt. Trotzdem zog Sievert am Ende vor, eine Stelle im königlichen Cabinet-Bureau anzunehmen, wo er mindestens bis 1860 arbeitete.
3. Forstbeamte mit spärlicher Dokumentation im Archiv (hier nur mit Namen aufgeführt)
von Asch, Adolph
Beck, Johann
von Beulwitz, Alexander
Bischoff, Karl
Blonner, Mathias
Buck, Max Joseph
Dotter, Ignaz
Ernst, Friedrich
Ernst, Heinrich
von Freyberg, Adolph
Geuss/Geiss, Max Emanuel
Gylani, Alexander
Haagen/Hagen, Joseph
von Hahn/Hann, Albert
Hausmann, Karl
Heberlein/Haeberlein, Heinrich
Heusinger, August
Holler, Peter
Jonner, Heinrich
Knorr, Karl
Mirbach, Otto
von Schaden, August
von Schauroth, Friedrich
Schubert, Eduard
Stucky, Julius
Suffenplan, Ludwig
Utt, Johann Christoph
Varennes, August
Voigt, Friedrich
Vollmer, Jakob
Walck, Anton
Zeissler, Wolfgang
4. Deutsche Forstmänner, die im Archiv dokumentiert sind, aber wahrscheinlich nie nach Griechenland gingen
von Bibra, Bernhard
Bomhard, Julius
Bronn, Valentin
Dolles, Heinrich
Dotter, Johann Adam
Duetsch, Philipp
von Heyden, Anton
Schubert, -
Quellen
Athen, Generalstaatsarchiv (GSA-CSA), Ottonisches Archiv der königlichen Kanzlei
Athen, Generalstaatsarchiv (GSA-CSA), Ottonisches Archiv des Finanzministeriums
Literatur
Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern 1837 (Google Books)
St. Behlen, Forstliche Zustände von Griechenland, in: Allgemeine Forst- und Jagdzeitung, 9. Jahrgang (1840), S. 299-302, 353-356 (Google Books)
Πάνος Γρίσπος, Δασική ιστορία της νεωτέρας Ελλάδος, Αθήνα 1973
Rudolf Rösler, Die Organisation der griechischen Forstverwaltung durch bayerische Forstleute, in: Reinhard Heydenreuter, Jan Murken, Raimund Wünsche (Hrsg.), Die erträumte Nation. Griechenlands Wiedergeburt im 19. Jahrhundert, München 1993
